Aldrovanda vesiculosa - Die Wasserfalle
Auch wenn sie früher nur sehr selten in Kultur war, ist sie heute schon öfter mal auf der einen oder anderen Artenliste zu sehen. In Deutschland ausgestorben, jedoch in Polen, Japan und Australien ( dort jedoch nicht winterhart ) noch zu finden, ist sie mit ihren Klappfallen, ähnlich denen von Dionaea, eine Pflanze, die auch in unseren Breiten ganzjährig im Freien gehalten werden kann. Die GFP hat sie als Emblem. Die Rede ist von Aldrovanda vesiculosa, auch Wasserfalle genannt. War sie vor einigen Jahren noch in Deutschland heimisch, so ist sie heute jedoch wegen Zerstörung des Lebensraums ausgestorben. Die rund um den Stängel angeordneten Fallen haben einen ähnlichen Aufbau wie der der Venus-Fliegenfalle, nur kleiner ( bis zu 5mm ) und ist daher auch nur für kleine Beute gedacht. Der größter Unterschied zu Dionaea ist dass sie frei schwimmend im Wasser wächst. Sie ist aufgrund sehr komplexer Lebensbedingungen heikel in Kultur, jedoch sollten gerade die winterharten Klone nicht all zu schwer zu halten sein.
Ich habe noch nicht sehr viel Erfahrung mit der Pflanze sammeln können, ich hatte bisher erst eine, die aber leider nach kurzer Zeit eingegangen ist, vermutlich an Überhitzung.
Ich hoffe aber, dass ich diesmal und mit dem neuen Becken mehr Glück haben werde.
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Licht |
Volle Sonne wird vertragen, sollte aber wegen zu hoher Chancen der Algenbildung zumindest zur Mittagszeit im Sommer vermieden werden. |
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Bewässerung |
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Substrat |
Torf, darüber ein gemisch aus Binsenlaub, Lehm und Sand |
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Temperatur |
Im Sommer ruhig warm bis 30°C, im Winter kühler bei 5°-10°C, oder ganzjährig im Freien |
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Luftfeuchtigkeit |
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Vermehrung |
Aldrovanda teilt sich im Verlauf des Wachstums |
Turione ( Winterknospe ) von Aldrovanda vesiculosa "Polen"
Aldrovanda , auf diesem Bild sind die Fallen recht gut zu sehen
A. vesiculosa kurz nach dem Austreiben
Das Aldrovandabecken einige Tage nach der Einrichtung
Die Helferin Nr. 1 bei der Algenbekämpfung: Die Spitzschlammschnecke, Lymnaea stagnalis
Im folgenden möchte ich einmal zeigen, wie man einfach und kostengünstig ein Minibiotop für die Wasserfalle bauen kann, es geht natürlich auch anders ( z.B. in einem Gartenteich ):
Man braucht zuerst mal ein Gefäß von entsprechender Größe ( umso größer desto besser ), zum Beispiel einen Baukübel ( aus dem Baumarkt ), ein Waschbottich, oder sogar eine Badewanne. Wasserdicht muss es sein. Dieses kann man in den Boden einsenken oder auch oberirdisch stehen lassen. Wichtig bei Aldrovanda ist, dass sie kleine Beutetiere wie Wasserflöhe oder kleine Insektenlarven braucht ( nicht wie bei den meisten anderen Karnivoren nur zur Ufbesserung des Lebensstandarts ), um gut wachsen zu können. Man muss also drauf achten, dass die bedingungen für diese kleinen Untermieter gut genug sind ( Pflanzenbewuchs ).
Auch dürfen keine Algen vorhandens ein, viele Aldrovanden gingen schon an Fadenalgen ein. Daher ist es wichtig, das Wasser nicht all zu nährstoffreich werden zu lassen ( dies kann auch wieder durch genügend Begleitpflanzen geregelt werden ). Hilfreich bei der Algenbekämpfung ist auch die Spitzschlammschnecke, Lymnaea stagnalis. Das Wasser soltle leicht sauer sein, mit einem PH-Wert von ca. 6. Ist das Wasser zu sauer, geht Aldrovanda ein, also nichts fürs Moorbeet. Bewährt hat sich folgender Untergrund: eine Schicht Torf, darüber Binsenlaub, und darüber ein Gemisch aus sand und Lehm.
Pflanzen werden in Tontöpfe gepflanzt, einmal um ein Wuchern im Bottich zu vermeiden ( dazu neigen besonders die Seggen ) und zweitens enthält der Ton wichtige Mineralien, die Aldrovanda nützlich sind. Der Lehm dem selben Zweck.
hier mal ein Querschnitt durch mein Aldrovandabecken:
Legende:
| A: Aldrovanda vesiculosa | B: Xyris spec. |
| C: gelbe Schwerlilie | D: Sumpfgras |
| 1: Lymnaea stagnalis | 2: Köcherfliegenlarve |
| 3: Mückenlarven | 4: Wasserflöhe, Süßwasserkrebse,... |
| I: Torf | II: Binsenlaub |
| III Lehm | IV: Sand |
III und IV werden gemischt und nicht völlig in Schichten geteilt, da sonst der Lehm den Untergrund zu sehr vom Wasser abschottet.
Das ist ein kleines Beispiel dafür, was so alles in einem Becken wachsen und leben kann, wobei die Auswahl an Pflanzen und Tieren enorm groß ist.
Es ist schon faszinierend, wie dieses künstliche Gewässer sich entwickelt. Ein Aquarium ist nichts dagegen.