Hallenbad & Sportstätten des Lkrs. MSP

Aktuelle - Info

Informationen

Bauzeit - 1968/71

Der Landkreis - Karlstadt läßt ein Hallenbad und Turnsportstätten errichten,

während die Stadt - Karlstadt die Schwimmbecken des Freibades erneuern lässt.

*

Oktober 1969 -

Richtfest für die Sportstätten des Landkreises Karlstadt.

In baulicher Angliederung an die Realschule wird eine Sportstätte erstellt, die ein Hallenbad mit einer Beckengröße von 25 x 10 m, eine Turnhalle von 26 x 13 m und Außensportanlagen beinhaltet.

Februar 1971 -

Das Hallenbad mit den Turnsportstätten werden eingeweiht.

(Mit der Betriebsleitung ist Horst Frickel beauftragt)

Main Post - Foto: Heußner

Startblock frei für jedermann

Samstag, 27. Februar 1971 - 11 Uhr gab Landrat Erwin Ammann

in einer Feierstunde das Hallenbad für die Öffentlichkeit frei.

~

Foto: H. Frickel

Es herrscht fortan ein starker Besucherandrang, denn in den ehemaligen Kreisstädten - Lohr, Marktheidenfeld, Gemünden gibt es noch keine Hallenbäder.

Arnstein, im Altlandkreis-Karlstadt muß ebenfalls noch auf die Erstellung seines Hallenbades warten.

Im Hallenbad haben alle Schularten von Karlstadt, ebenso Schüler der auswärtigen Schulverbände - Thüngen, Eußenheim, Zellingen sowie die Grundschule Karlburg, Schwimmsport treibende Vereine, Behinderte von entsprechenden Einrichtungen, sowie die Öffentlichkeit Zutritt.

1972 -

Der Landkreis Karlstadt wird anlässlich der Gebietsreform und durch Eingliederungen der Landkreise Lohr - Marktheidenfeld - Gemünden zum Groß-Landkreis.

Erst Lkrs. Mittelmain und letztlich Landkreis Main-Spessart (MSP) genannt.

Oktober 1996 -

Das Hallenbad mit den Sportstätten konnte unter großer Beteiligung der Schulen, Vereine und auch der Öffentlichkeit sein 25jähriges Bestehen feiern.

Zur Bilddokumentation

Oktober 2006 -

Schließung von Hallenbad und Sportstätten wegen der geplanten Generalsanierung.

April 2007 -

Beginn der Sanierung.

14. April 2008 -

Der Schulbetrieb wird in der Turnhalle wieder aufgenommen.

Die Sanierungsarbeiten des Hallenbades werden voraussichtlich noch bis zum Schuljahresbeginn 2008/2009 andauern.

Juni bis August 2008

In das vorhandene Schwimmbecken wird ein V4A - Edelstahlbecken eingepasst. Die Schwimmbeckenlängenmaße wurden dabei wettkampfgerecht eingehalten. Der Wasserspiegel ist nun höhengleich mit den Beckenumgehungswegen. Neu zieren vier Unterwasserscheinwerfer. Die drei Massagewanddüsen und eine Schwallwasserdusche wurden beibehalten.

Die vertikale Durchströmung des Wassers im Schwimmbecken wird von einer modernen Wasseraufbereitungsanlage gespeist.

Die Schwimmhalle im neuen Fliesenkleid und einer bunten Schallschluckdecke hat nun auch wieder ausreichende Sitzgelegenheiten auf pflegeleichten Wärmebänken. Ein Novum sind die Startleinen für Schwimmwettkämpfe, sie werden bei Bedarf direkt vor Ort aus Bodenhülsen im Umgehungsweg hervorgeholt.

Bilder zum Sanierungsfortschritt

20. Oktober 2008

Nach der gelungenen Generalsanierung öffnet das Hallenbad Karlstadt wieder seine Türen für die Öffentlichkeit.

~

Main Post, 21.10.2008

Bad schont Klima und Geldbeutel

Hallenbad in Karlstadt deutschlandweit erstes Bad nach Dena-Standard

Von unserem Redaktionsmitglied

KARLHEINZ HAASE

KARLSTADT Endlich ist das Karlstadter Hallenbad wieder geöffnet.

Mit einem Wettschwimmen gaben Landrat Thomas Schiebel, Bürgermeister Paul Kruck sowie die Kreisräte Hans-Joachim Stadtmüller und Paul Diener sozusagen den Startschuss. Wie wichtig das Bad ist, habe man erst richtig gemerkt, als es nicht mehr zur Verfügung stand, bemerkte Kruck. Er scherzte, am liebsten würde er nun dem Landkreis das sanierungsbedürftige Freibad geben und dafür das sanierte Hallenbad nehmen. Im Frühjahr 2005 waren bei einer Routineuntersuchung überraschenderweise starke Korrosionsschäden an der Decke festgestellt worden. Dann fiel die Lüftung aus, blickte Schiebel zurück. Im Oktober 2006 wurde das Bad geschlossen. Die Sanierung begann. 3,55 Millionen Euro wurden verbaut. Zu Recht habe sich der Kreistag dafür entschieden, es wieder als Zweckbad für die Schulen und die Öffentlichkeit mit nur einem 25-Meter- Becken zu konzipieren – und nicht als Spaßbad. Und richtig sei auch die Entscheidung gewesen, nun ein Edelstahlbecken einzubauen, auch wenn dieses alleine 400 000 Euro verschlang, so der Landkreischef. 1971 war das Hallenbad des damaligen Landkreises Karlstadt eine wichtige Voraussetzung für den Betrieb der Realschule und der Ansiedelung des Gymnasiums. Inzwischen helfen sich seit einigen Jahren der Landkreis und die Stadt beim Betrieb gegenseitig, indem sie gemeinsam das Schwimmmeisterpersonal stellen. Architekt Georg Stirnweiß sagte, ein Becken wie bisher mit einer tief liegenden Rinne hätte auch optisch überhaupt nicht zum jetzigen Stil des Bads gepasst. Nun habe der Kreis eine Investition für die Zukunft getätigt. Im Namen der beteiligten Firmen überreichte er dem Landrat einen Scheck über 1777 Euro, dazu ein Badetuch und statt eines Schlüssels einen Rettungsring. Realschulrektor Georg Rödel dankte für das sanierte Bad und freute sich, dass er gleich zuschauen darf, „wie Politiker baden gehen“. Paul Kruck hatte schon angedeutet, dass bei aller Sportlichkeit das Wasser nicht gerade sein Element sei. So hatte er beim Wettschwimmen über zwei 25-Meter-Bahnen auch nicht mitzureden. Landrat Thomas Schiebel und Kreisrat Hans-Joachim Stadtmüller machten das Rennen unter sich aus. Kreisrat Paul Diener kam als Dritter ins Ziel und konnte vom Ziel aus noch Krucks Kraultechnik studieren. Das Würzburger Ingenieurbüro REA war zuständig für Technikplanung, der Karlstadter Architekt Werner Haase für die energetische Planung. Er erklärte beim Gang durch den Technikkeller die energetischen Hintergründe, die sich dem Besucher auf den ersten Blick nicht erschließen. Im Technikkeller fällt auf, dass dieser nicht besonders warm ist. Dies liege am sorgfältigen Umgang mit Energie, erläuterte Haase. Es werde gegenüber Altanlagen 60 bis 70 Prozent weniger Energie benötigt. Das komplette Hallenbad ist nach Passivhauskriterien gebaut. Das Hallenbad sei deutschlandweit das erste Objekt, das nach den Standard der Dena (Deutsche Energieagentur) fertig gestellt wurde. Haase rechnete vor, dass man dadurch innerhalb von 30 Jahren bis zu zwei Millionen Euro weniger Folgekosten haben werde, als wenn man nach dem Standard der geltenden Enev (Energieeinsparverordnung) gebaut hätte – bei angenommenen fünf Prozent Energiepreissteigerung pro Jahr. Dass in den 70er Jahren billig gebaut und verschwenderisch mit Energie umgegangen wurde, habe seinen Grund: Damals waren die Kreditzinsen mit mehr als zehn Prozent extrem teuer und die Energie extrem billig. Inzwischen hat sich das Verhältnis umgekehrt. Aufgrund der richtungsweisenden Sanierung sei man in den Genuss verbilligter Darlehen gekommen, beispielsweise für rund zwei Prozent von der KfWBank. Auch die Filtertechnik ist richtungsweisend. Joachim Knoops von der Firma Aquila sagte, man benötige 40 Prozent weniger Strom als in anderen Bädern. Der Filtertechnik liegt eine andere Logik zugrunde. So werden hier nicht die Keime chemisch bekämpft und das Wasser kräftig gechlort, sondern lediglich die Filter mit Chlor gereinigt. Sie arbeiten nach dem Prinzip, dass sie Schadstoffe abscheiden. Beispielsweise sind auch 50 Prozent weniger Wasser für die Spülung der Filter nötig. Letztlich ist auch weniger Chemie nötig aufgrund des Edelstahlbeckens. Bei den gefliesten Becken anderer Bäder sind die Fugen das Problem. Hier bilden sich die meisten Keime.

Oben