| Naturschutzgebiet bei Wiesenfeld Naturschutzgebiet bei Wiesenfeld |
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| Nur ein paar Kilometer von Wombach entfernt erstreckt sich auf den Höhen zwischen Wiesenfeld und Karbach ein weitläufiges Naturschutzgebiet in dem auf kargem Kalkboden seltene Blumen in großen Mengen gedeihen. |
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Lohr. Keine andere Landschaft im Main-Spessart-Kreis zieht während der Frühlingsmonate die botanisch interessierten Menschen so sehr an wie die Trockenrasengebiete auf der Fränkischen Platte. Nicht nur, dass dort die Pflanzen schon sehr früh erscheinen. Es handelt sich bei den populären Frühblühern auch um ganz exotische Erscheinungen, die es beispielsweise im Spessart gar nicht gibt. Die Rede ist von den Steppenheiden. Pflanzengeografen unterscheiden hinsichtlich der Artenzusammensetzungen zwischen Halbtrockenrasen, Trockenrasen, Schlehengebüsch, lichten Eichenwäldern, lichten Kiefernwäldern und Orchideen-Buchenwäldern. Demnach gibt es Steppenheide als überwiegendes Grasland, aber auch als Steppenheidewald. Alle diese Ausprägungen sind nahe Lohr zu finden, und zwar in den Gemarkungen von Wiesenfeld, Karlburg, Rohrbach und Steinfeld. Wege nicht verlassen Leider reduzieren viele Naturfreunde ihre Frühjahrs- und Frühsommerausflüge dorthin lediglich auf den Besuch von populären Arten, beispielsweise Frühlings-Adonisröschen, Diptam, Frauenschuh-Orchidee oder Federgras. Wer sich jedoch einem kenntnisreichen Führer anvertraut oder sich selbst aus einem Bestimmungsbuch sachkundig macht, wird bei einer botanischen und ornithologischen Exkursion sein blaues Wunder erleben. Man muss nicht in die Naturschutzgebiete Mäusberg und Rammersberg bei Wiesenfeld gehen, um alle Schönheiten und Eigentümlichkeiten dieser an Trockenheit und sommerliche Wärme angepassten Lebensgemeinschaften zu erfahren. Innerhalb der Schutzgebiete sollte man ohnehin die Wege nicht verlassen, so dass vor allem Fotografen oft frustriert sind, wenn sie blühende Pflanzen im Nahbereich ablichten wollen. Denn nahezu jede landwirtschaftlich nicht genutzte Kuppe in den genannten Gemarkungen (Beispiele: Pilzberg bei Steinfeld, Sperbühl bei Rohrbach, Ständelberg Wiesenfeld) birgt eine ganze Reihe der berühmten Arten. Der Begriff »Steppenheide« sagt zweierlei. Zum einen, dass eine ganze Reihe der dort vorkommenden Arten ihr Hauptverbreitungsgebiet (= Heimat) in den Steppen Asiens oder Südosteuropas hat; eine weitere Gruppe von Pflanzen und Tieren stammt aus dem Mittelmeerraum. Zum anderen sagt der Begriff, dass es sich stets um offene, lichte Landschaften handelt, die dem klassischen Heidetyp entsprechen .Bis heute jedoch sind sich die Pflanzengeografen nicht einig, wie es zu diesem Phänomen kam, dass nämlich auf kleinen Vegetationsinseln im waldreichen Mitteleuropa Tier- und Pflanzenarten auftreten und sich behaupten konnten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in klimatisch gänzlich anderen Regionen haben. Die Frage lautet nämlich: Waren sie schon immer hier? Oder sind sie in einer nacheiszeitlichen Wärmeperiode erst eingewandert? Kulturzeugnisse bei Wiesenfeld
Steppenheiden gibt es vorwiegend in Franken und Thüringen. Ohne Frage waren diese Gebiete noch bis in die Zeit der germanischen Völkerwanderung stärker als heute bewaldet, was beispielsweise auch im Landschaftsbegriff »Waldsassengau« für den Raum Wiesenfeld augenfällig wird. Aber Informationen und Indizien belegen, dass die Fränkische Platte im Gegensatz zum Spessart niemals durchgängig dicht bewaldet war. Da tauchte beispielsweise in der Diskussion um die Entwicklung der Pflanzengemeinschaften in neuerer Zeit die Mosaik-Zyklus-Theorie auf. Sie besagt, dass große Herden von Weidetieren durchaus das Offenhalten von Landstrichen bewirken und die standortgemäße Waldentwicklung unterdrücken konnten. Für diese Annahme spricht, dass im Waldsassengau und im Spessart neben Rothirsch und Rehwild auch Wildpferde, Wisente, Auerochsen und Elche beheimatet waren. Wie sehr Weidetiere ganze Wälder zusammenfressen können, sieht man mancherorts im Hochgebirge und in vielen Entwicklungsländern, wo vor allem Rinder-, Schaf- und Ziegenherden auf die Waldweide getrieben werden. Darüber hinaus ist bekannt, dass sich in der jüngeren Steinzeit die bäuerliche Besiedlung und die damit verbundene Waldzerstörung auf Tieflagen mit Lössböden konzentrierte. Die Fränkische Platte ist weitgehend lössbedeckt. Wie zur Bestätigung dieser Zusammenhänge wurden in den Gemarkungen von Wiesenfeld und Rohrbach wiederholt Kulturzeugnisse der Bandkeramiker gefunden. In den altbesiedelten Landschaften hat der Mensch schon sehr früh die Erhaltung und Ausbreitung der lichtliebenden und konkurrenzschwachen Pflanzenarten durch sein Wirtschaften gefördert. Nicht nur, dass er sein Weidevieh in die verbliebenen Wälder trieb. Auch die Rodung mit Hilfe des Feuers hat schon sehr früh zur Waldvernichtung beigetragen. Und jene verbliebenen Wälder, die man heute als Nieder- oder Mittelwälder bezeichnet, wurden im circa 25-jährigen Umtrieb in Form des Kahlschlags für Brennholzzwecke genutzt. Günstiges Klima Die günstigen klimatischen Bedingungen in Franken (geringer Niederschlag, hohe sommerliche Temperaturen, hohe Sonnenscheindauer) und das traditionelle Offenland ließen wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen- und Tierarten aus submediterranen Gebieten (Südfrankreich), pannonische Arten aus den Steppen Südosteuropas und pontische Arten aus dem Osten Europas in großer Zahl einwandern. Sie bildeten dann die typischen Vertreter der Steppenheiden und Steppenheidewälder, weil die heimischen Pflanzen und Tiere an diesen Extrem-standorten mit den Einwanderern nicht konkurrieren konnten. Einige Pflanzen- und Tiervertreter seien genannt: Küchenschelle, Frühlings- Adonisröschen, Pyrenäen-Fingerkraut, Kleines Mädesüß, Federgras, Haarpfriemengras, Bienenragwurz, Bocksriemenzunge; Pillendreher, Schmetterlingshaft, Große Singzikade, Zippammer und Heidelerche. |
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