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Ewald Zentel und sein Sommer-Treffpunkt in Erlach |
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Sitzen am Main |
Der Biergarten im eigenen Garten
Neustadt-Erlach Der Erlacher Biergarten von Ewald Zentel am Mainsteg liegt in der Spätnachmittagssonne. An einem der Tische sitzen Radler, die zur Erfrischung eine Zwischenrast eingelegt haben. Leute aus dem Dorf machen es sich zum Tagesausklang bequem: "Gehen wir in den Garten." Und sogar Neustadter kommen über den Steg zu Zentel - was durchaus beachtlich ist.
 Hinter der Theke seines Biergartens fühlt sich Ewald Zentel mit Zigarre am wohlsten |
Ich wollte das schon immer machen. Ewald Zentel, Wirt im Nebenerwerb Der Wirt Zentel hat "mittlerweile mehr Stammkundschaft als Radfahrer". Er steht hinter der Theke, gibt Getränke aus und überwacht den Grill.
Vor seinem Anwesen am Main befand sich früher die Frachtfähre zum Übersetzen nach Neustadt. Wo heute der Steg steht, fuhr die Personenfähre ab. "Da hat sich alles abgespielt", sagt Zentel. Schließlich mussten Erlacher mit der Fähre übersetzen, wenn sie mit dem Zug zur Arbeit fuhren, als auf Neustadter Seite die Bahnlinie entlang führte. Diese Zeiten sind längst vorbei.
Mit dem Biergarten im eigenen Garten am Wohnhaus hat sich Zentel einen Traum erfüllt: "Schon immer" habe er eine Vorliebe für die Gastronomie gehabt. In seinem Elternhaus befand sich bis 1948 eine Gastwirtschaft. Seine Eltern gaben in der Nachkriegszeit wegen schlechter Umsätze auf. Der Vater war auf Schiffen unterwegs, die Mutter blieb daheim. Zwar hörte der 53-Jährige später nur von dieser Familiengeschichte, aber sie ließ ihn nicht los.
Nun setzt er die unterbrochene Tradition fort. "Ich wollte das schon immer machen", sagt Zentel. Dabei pflegt er eine Methode, die bei seinen Gästen zwar gut ankommt, aber mit der man kaum reich werden kann: "Die Portionen auf dem Teller sind, wie ich sie will, wenn ich in einer Wirtschaft bin", sagt er - und meint damit: groß. Amüsiert erzählt er, dass deswegen bereits schon sehr viele Lohrer Wirte bei ihm gewesen seien, um sich umzusehen.
An heißen Tagen sei er kaum mit dem Ausschenken hinterher gekommen, erzählt Zentel: "Da haben wir rotiert." Doch allzu viele gute Tage habe es in der Saison nicht gegeben. Es seien einige schlechte Tage dabei gewesen, die bei ihm an den Nerven gezerrt hätten: Er habe dagestanden, aber wegen des Regens sei niemand in den Biergarten gekommen. Für einen Wirtetyp wie Zentel, der gerne mit den Gästen plaudert, ist dies nur schwer auszuhalten.
Sein Biergarten habe auch eine öffentliche Funktion, weshalb er die Unterstützung der Gemeinde genieße. Dabei gehe es um mehr als Tourismusförderung: "Wichtig für die Gemeindekultur" sei so ein Treffpunkt, denn "die alten Leute gehen wieder vor die Tür". Für Erlacher kommt ein weiterer Punkt hinzu: Aufgrund ihrer Schifffahrtstradition sitzen sie gern am Wasser.
Noch arbeitet Zentel in Lohr bei Rexroth. Seinen Biergarten betreibt er in der Freizeit. "Wenn ich in Rente bin, mach' ich erst recht weiter", sagt er.
Geöffnet ist der Biergarten zwischen Mai und Oktober bei schönem Wetter mittwochs bis sonntags. Die Öffnungszeiten orientieren sich an der bayerischen Biergartenverordnung. Dabei hat das Landratsamt mitzureden, um die sogenannten "schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräusche" möglichst gering zu halten.
(Ulf Kampfmeier/ MainEcho)
Weitere Informationen im Internet unter www.biergartenerlach.de
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