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Lohr/Neustadt. In den Ohren von älteren Spessartwanderern hat der Name »Margarethenhof« noch immer einen guten Klang. Auf dem Wanderweg von Lohr oder Neustadt nach Aurora bildete er einst eine angenehme Raststation mit Ruhebänken und Erfrischungsgetränken.
Bis 1968 war die Gehöftgruppe Wohnort des fürstlich löwensteinischen Försters Alois Kuhn, und die Förstersleute waren den Wanderern freundliche Gastgeber. Seitdem aber dient der Margarethenhof nurmehr als Wochenendwohnung für Förster und Frankfurter Besucher. Wanderer können die baulichen Anlagen, wozu eine interessante romanische Kapelle gehört, nur umrunden.
Wer heute von Lohr oder Neustadt kommend den ehemaligen Gutshof erreicht, steht auf beiden Seiten vor großen Lattenzauntüren mit Vorhängeschloss daran. Was dem Besucher bleibt, ist ein flüchtiger Eindruck von der nichtssagenden Außenseite der verbliebenen landwirtschaftlichen Gebäude.
»Unser Hof in zu St. Maragarethen« wurde das Gut der Benediktinermönche in Neustadt genannt. Die Gründung des Klosters erfolgte bereits im 8. Jahrhundert durch den zweiten Bischof von Würzburg, Megingaud. 1614 bewirtschaftete der Hofbauer 94 Morgen Ackerland, 6 Morgen Wiesen und 67 Morgen Wald, insgesamt 167 Morgen (das entspricht ca. 42 ha). Im Jahr 1847 waren die Flächen des Ackerlandes auf 33 Morgen gesunken, während sich die Wiesen auf 120 Morgen und die des Waldes auf 84 Morgen ausgedehnt hatten. Ein Holzzaun umschloss zu allen Zeiten die 237 Morgen des Gutshofes. Das war notwendig, weil sonst das Wild die Ernte geschmälert hätte. Der Zaun ist längst verfallen. Deshalb kann das Schwarzwild heute auf die Wiesen gelangen.
Das Ackerland ist seit mehr als 50 Jahren verschwunden, und nurmehr Wiesen breiten sich auf der Hochfläche aus. Vor rund 60 Jahren hat das Fürstlich Löwensteinische Rentamt 800 Bäume auf der Wiese pflanzen lassen. Alljährlich wurde der Obst- und Grasertrag an die Meistbietenden versteigert. Heute findet man nur noch rund 50 Obstbäume im oberen Teil der Wiese, wo es nach Aurora geht. Um 1400 wurden auf dem Gut 160 Ochsen, fünf Kühe, ebenso viele Kälber und 24 Schweine gehalten. Die große Zahl an Ochsen erklärt sich dadurch, dass sie alle Zugarbeiten verrichten mussten. Zu diesen eigenen Tieren kamen in den Sommermonaten noch 16 Stück Rindvieh, Pferde, besonders die Zuchttiere des Fürsten, sowie Kälber und Schweine zur Weide auf den Hof. Viehzucht wurde im Laufe der Zeit die wichtigste Aufgabe des Margarethenhofs. Heute wird die große Fläche beim Margarethenhof ausschließlich als Grünland bewirtschaftet. Landwirte von der Fränkischen Platte machen dort Heu und Krummet, ein Teil der Hochfläche wird auch mit Pensionsvieh beweidet.Hans SchönmannQuellen: Förster Arnulf Leimeister, Neustadt; »Der Margarethenhof bei Lohr«, Hermann Droll, »Spessart«, Heft 10/1952.
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