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Im Jahre 1880 gründete Sebastian Anton Siegler mit den Musikanten Andreas Siegler, Andreas Schecher, Josef Adam Ullrich, August Ott, Michael Heilig, Johann Rack, Josef Richard Nätscher, Anton Schlemmer, Karl Ullrich, Josef Alois Ullrich, Peter Nätscher und Georg Emil Ullrich die erste Wombacher Musikkapelle. Mit ihrer Streich- und Blasmusik bereicherten sie bei Prozessionen, Ständchen und Tanzveranstaltungen das kulturelle Leben in Wombach. In den neunziger Jahren übernahm August Ott die Führung der Kapelle. Durch seinen frühen Tod löste sich die Kapelle jedoch auf. Die Instrumentalmusik wurde aber in kleineren Zirkeln und im Bereich des Wombacher Gesangvereins weitergepflegt. Die Lohrer Stadtkapelle und die Kapellen der umliegenden Ortschaften griffen schon damals gerne auf Wombacher Musikanten zurück, um sich bei Bedarf zu verstärken. Auch bei kirchlichen Festen wie Bittgängen und Wallfahrten sowie Tanzveranstaltungen bei Kirchweih waren sie stets zur Stelle. Die Brüder Fritz, Eugen, August und Emil Ullrich, Karl und Andreas Hahn, Vinzenz Siegler, Alfons Ullrich verdienen genannt zu werden. Eine Anordnung vom K. Bezirksamt Lohr vom 19. September 1907 belegt, daß zur damaligen Zeit schon ohne behördliche Genehmigung nicht ohne weiteres öffentlich Musik gespielt werden durfte. Da dem Bürgermeister von Wombach die Befugnis eingeräumt war, Tanzmusikbewilligung zu erteilen, wurde ihm durch Beschluß des Gemeindeausschußes dies untersagt, wenn Kirchweih und Rosenkranzfest auf den gleichen Sonntag nach Michaeli fallen. Als die Zeit des Dritten Reiches vorbei war, die auch unter den Musikern Opfer gefordert hatte, besann man sich in Wombach auch wieder der Blasmusik. So wurden von August Ullrich nach Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft die noch lebenden Kameraden zusammengerufen, um aufs Neue eine Musikkapelle zu gründen. Folgende Musikanten waren bei der Gründung im Herbst 1948 dabei: August Ullrich, Albert Väthjunker, Erhard Siegler, Ludwig Siegler, Josef Brönner, Heinz Wilczok, Ludwig Endres, Albrecht Ullrich, Heribert Ott, Fritz Ullrich, Franz Siegler, Peter Happ, Karl Nätscher, Heinrich Boller, Johann Gütter, Helmut Hübner und Paul Rützel. Der erste Auftritt war 1949 beim Fasching in Wombach im Gasthaus "Unterer Wirt", dem heutigen "Spessarttor". Dieser Abend wurde mit vier Notenstücken bestritten, was jedoch der Freude, endlich wieder einmal mit Musik zu tanzen, nichts anhaben konnte. Nach einem Jahr fleißigen Musizierens war die Kapelle so weit, daß sie in den folgenden Jahren beim großen Spessartfestzug in Lohr mitwirken konnte. Die musikalischen kirchlichen Verpflichtungen wurden ebenfalls wieder wahrgenommen, so daß die Blaskapelle neben dem Gesangverein zum Kulturträger in der Gemeinde wurde. Es waren Männer, um nicht zu sagen Idealisten, die Vorbild waren und die es bis zum heutigen Tag geblieben sind. Im Jahre 1956 kamen Hans Nätscher, Hermann Nätscher und Max und Roman Hahn hinzu. Daß die damaligen Musiker nicht nur im stande waren, Polkas und Walzer zu spielen, belegt ein Gemeinderatsbeschluß vom 29. Januar 1950. Daraus geht hervor, daß die Vereine und Veranstalter gebeten werden, bei Tanzveranstaltungen den Samba-Tanz nicht spielen zu lassen. Erich Büttner, der in der Zeit von 1965 bis 1969 in Lohr Kaplan war und die Wombacher Filialgemeinde St. Peter und Paul leitete, nahm sich mit großem Sachverstand der Kapelle an. Er spielte selbst bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit und wies mit Kameradschaft und Können der Kapelle einen neuen Weg. Nach einem Unfall im März 1968 übergab Kapellmeister August Ullrich die Führung der Musik dem Chorleiter und Dirigenten Gottfried Rüth, der 1967 in Wombach seßhaft wurde. Durch ihn bekam die Kapelle einen erneuten Aufschwung. Er motivierte viele junge Leute zum Musikspielen und war selbst als Musiklehrer in der Kapelle tätig. Er baute mit Sachverstand und Können die Kapelle kontinuierlich aus und wir konnten zu 1973 sogar einen Trommelzug zu unserer Kapelle zählen. Ein Höhepunkt war das 25jährige Gründungsfest im Juli 1973, das in unserer Gemeinde und im Umland mit Begeisterung aufgenommen wurde. Eine neue Ära für unsere Blasmusik begann mit der Wahl eines Vorstandes am 13. März 1979 im alten Probeheim der Wombacher Blasmusik. Diese Sitzung trug maßgeblich zur Vereinsgründung bei. Die Vorstandschaft wurde aus aktiven Musikern gewählt, dies waren:
Es sollten jedoch noch 2 Jahre vergehen, bis sich die amtierende Vorstandschaft am 22. Mai 1981 auf vielfachen Wunsch der Bevölkerung und der Kapelle entschloß, den Musikverein zu gründen. Er trägt den Namen "Wombacher Blasmusik" und als Patenverein wurde die Blaskapelle "Spessartklänge" Rothenbuch gewählt. Nach 14 Jahren erfolgreicher Arbeit legte Gottfried Rüth im Einvernehmen der Vorstandschaft seinen Dirigentenstab nieder. Als Nachfolger konnte der Musiklehrer Dieter Baier aus Karlstadt-Gambach gewonnen werden. Er setzte mit Erfolg die weitere musikalische Arbeit fort. Das Bestreben von Herrn Baier war von Anfang an, einen jungen Dirigenten aus unserem Verein heranzuziehen, was ihm mit Klaus Hübner auch hervorragend gelungen ist. Dirigent Klaus Hübners erster offizieller Auftritt war der Volkstrauertag 1982. Damalige Kapellenstärke: 32 Musiker. Im Jahre 1982 trat der Musikverein dem Nordbayerischen Musikbund bei. Das 35jährige Gründungsjubiläum wurde vom 8. bis 11. Juli 1983 mit einem großen Musikfest gefeiert. Damaliger Schirmherr war unser Gründungsmitglied Alfred Stumpf. Unter der Regie von Klaus Hübner nahm die "Wombacher Blasmusik" zum erstenmal an einem Jugend-Wertungsspiel des Nordbayerischen Musikbundes teil. Der Jung-Dirigent wurde dort von den Wertungsrichtern für seine sichere Stabführung gelobt. Das erste Jahreskonzert gab die "Wombacher Blasmusik" im Dezember 1986 in der Lohrer Stadthalle. "Wenn es noch eines Beweises für das musikalische Können und die Vielseitigkeit der Wombacher Blasmusik bedurft hätte, dann könnte er mit diesem Konzert als erbracht gelten" (Zitat aus der damaligen Tagespresse). Die Konzerte, bei denen überwiegend konzertante Blasmusik dargeboten wird, erfreuen sich bei der Bevölkerung immer größerer Beliebtheit. Einen großen Schritt in Richtung moderner Unterhaltungs- und Tanzmusik tat der Musikverein mit Gründung eines Tanzorchesters 1985. Erster offizieller Auftritt war der große Rosenmontagsball am 2. März 1987 im Vereinsheim in Wombach. Durch das Angebot von Keyboard- und Akkordeon-Unterricht konnte das Unterrrichtsspektrum 1987 erweitert werden. Zum 40jährigen Bestehen der Wombacher Blasmusik wurde der Musikverein Wombach vom Nordbayerischen Musikbund mit der Ausrichtung des 1. Kreismusikfestes vom 8. bis 11. Juli 1988 beauftragt. Schirmherr Heribert Endres stiftete anläßlich dieses Festes die neue Vereinsstandarte, die unter der Patenschaft seiner Tochter Manuela Endres bei allen gegebenen Anlässen eine würdige Umrahmung bildet. Das Jahr 1989 war für zahlreiche Musikanten der Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte. Vom 2. bis 4. Juni 1989 fuhr man zu einer Kassettenaufnahme in das Tonstudio von Wolfgang Städele nach Bad Wörishofen. Im "Studio 80" stattete uns während unserer Aufnahmen Ernst Mosch einen Besuch ab. Er stand uns mit Rat und Tat zur Seite, und so wurde unter seiner Regie "Prager Leben" aufgenommen. Am Abend des 22. Juli 1989 präsentierte die Original Wombacher Blasmusik die Kassette "Start frei" und ihre neue fränkische Tracht. Vom 8. bis 19. September brach man zu einer 12tägigen Amerikatournee mit Teilnahme an der weltberühmten Steubenparade in New York auf. Für die Musikanten wohl das größte Erlebnis in ihrem aktiven Musikerleben. Im Februar 1990 Gründung einer Jugendkapelle mit Dirigent Christian Kunkel und Jungendleiter Gerd Ullrich. Seit März 1991 Zusammenarbeit mit dem Musikverein Rohrbach. Das Frühlingskonzert des Jugendblasorchesters am 26. April 1992 war ein großer Erfolg. Die Debütanten durften ohne mehrmalige Zugaben die Bühne nicht mehr verlassen. Das 10jährige Bestehen vom "Musikverein Wombach e. V." wurde im Mai 1991 gefeiert. Am 26. und 27. September 1992 wurde erstmals wieder eine Zeltkirchweih von KCW und dem Wombacher Musikverein am Wombacher Dorfplatz abgehalten. Hier bestreitet unter anderem unsere "Seniorenkapelle" diese Kirchweih erfolgreich mit. Sie gibt es als Interessengemeinschaft von Musikern schon seit 1978 als "Oldtimer", benannten sich später in "Dorfmusikanten" um. Motor dieser Truppe ist Georg Ullrich und musikalischer Leiter Wolfgang Siegler. Vom 9. bis 12. Juli 1993 feierte die Wombacher Blasmusik ihr 45jähriges Bestehen. Im Jahre 1993 standen 71 Jungmusiker in Ausbildung und man machte sich Gedanken über den Neubau eines Musikheimes. Da bei der Feuerwehr auch Bedarf bestand, nahm man die Sache gemeinsam in Angriff. In der Sendereihe von Radio Charivari "So klingts bei uns in Franken" war die Wombacher Blasmusik im Frühjahr 1994 das erstemal auch im Radio zu hören. Am 5. Juni 1994 spielte man dann auch beim Sommerfest des Senders. Am 23. Juli 1994 nahm die Jugendkapelle des Vereins am Treffen der Jugendblaskapellen in Gräfendorf teil. Sie erreichte beim Wertungsspiel den 1.Rang mit Belobigung unter der Stabführung von Wolfgang Riedmann. Mit dem Neubau eines Musikheimes im Jahre 1995 erfüllte sich nun ein lang ersehnter Wunsch der Vorstandschaft und aller Aktiven des Musikvereins. Gemeinsam mit der Feuerwehr Wombach und der Bevölkerung wurde hier eine Leistung erbracht, die wohl "einmalig" in der Geschichte der Stadt Lohr ist:
Seit September 1995 bietet der Musikverein auch musikalische Früherziehung für Kinder ab dem vierten Lebensjahr an. Weitergeführt wird die Ausbildung in der Blockflötengruppe (ab sieben Jahre) und die Instrumentalausbildung ab etwa neun Jahre. Festakt, Einweihung und offizielle Schlüsselübergabe unseres neuen Musikheimes war der 7. Juni 1997. Am 25. Oktober 1997 erstes "Herbstfest der Blasmusik" und Verpflichtung neben konzertanter Blasmusik auch die traditionelle böhmische und mährische Blasmusik zu pflegen. © 1998 - Wombacher Blasmusik e. V. Link- und Kontaktadresse:![]() Wombacher Blasmusik (Gerd und Bettina Ullrich) |
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