GPS

Allgemeines:

GPS ist die Abkürzung für Global Positioning System, also weltweite Positionsbestimmung. Das System wurde vom amerikanischen Verteidigungsministerium für militärische Zwecke zur Positionsbestimmung entwickelt. Ein Teil des Systems steht auch zivilen Zwecken zur Verfügung. Das System besteht aus einem Netz von 24 Satelliten, welche die Erde zweimal pro Tag in ca. 20.000 km Höhe umkreisen. Diese Satelliten übertragen rund um die Uhr ihre Bahndaten und die genaue Uhrzeit überallhin auf die Erde. Mit Hife dieser Information berechtet der GPS-Empfänger die genaue Position auf der Erdoberfläche.

Genauigkeit

Die Genauigkeit beträgt bei optimalen Empfangsbedingungen 3-8 m . Mit Hilfe eines Zusatzempfängern sog. DPGS-Empfängern kann die Genauigkeit auf 0.5 bis einen Meter verbessert werden. Zur Bestimmung der Höhe über Null ist der Empfang von mind. 4 Satelliten erforderlich. Die Genauigkeit liegt hier bei optimalen Empfangsbedingen etwa 5 - 10 m, also etwa so genau wie ein barometrischer Höhenmesser mit dem Vorteil, dass das Messergebniss nicht durch Luftdruckschwankungen bei Wetteränderung beeinflusst wird. Die Geschwindigkeit wird auf ca.  0,1 km/h genau angezeigt.
Da sich die Funkwellen der Sateliten lichtähnlich ausbreiten, wird die optimale Genauigkeit nur bei  freier Sicht zu mehreren  Satelliten erreicht.
In der Praxis liegt die Genauigkeit je nach Gelände, falls überhaupt ein paar Satteliten empfangen werden, irgendwo so  zwischen 5 und 50 m.
In Gebäuden, Tunnels usw. ist  keine Positionsbestimmung möglich. In Navigationssystemen für Kfz wird deshalb zusätzlich  Tacho und Lenkinformationen verwendet um bei schlechter Empfangslage z.B. in Unterführungen oder engen Gassen eine Navigation zu ermöglichen.

GPS für  Mountainbiketouren

Mit geeigneten GPS-Handgeräten, einer PC-Software, und entsprechenden Tourendaten, z.B. auf unserer Hompage  ist GPS der ideale Begleiter für Outdoorfans.
Unbekannte Touren können so ohne Ortskenntnisse oder Tourenguides gefahren werden, ohne nach dem schönsten Downhill festzustellen, dass man im falschen Tal gelandet ist...    
Umgekehrt kann mit einen geeigneten GPS-Empfänger die gefahrene Route aufgezeichnet werden und mit Hilfe eines PC archiviert werden um z.B. Tourenbeschreibungen zu erstellen.

Praktische Tipps für das Moutainbike

Da der Empfang vor der Satellitensignale vor allem in bergigem Waldgebieten wie dem Spessart oft sehr schlecht ist, sollte man sich nicht allein auf die GPS-Navigation verlassen. Auf Karte und Kompass sollte trotz High-Tech nicht verzichtet werden.
Praktische Erfahrungen zeigen dass in Waldgebieten mind. 3 Satelliten relativ steil über einen stehen müssen und das der Empfangswinkel nicht vom Biker zu stark abgedeckt wird. Satelliten, die außerhalb des mittleren Kreises im Display stehen, können in der Regel in Waldbebieten nicht empfangen weden.  Nasses Laub ,starker  Regen,Schneefall oder Nebel verschlechtern den Empfang. Der Empfang ist oft während dem Fahren besser aus im Stand.
Da jeder  Sateliten ca. zweimal pro täglich um die Erde kreist, können sich die Empfangsbedingungen innerhalb  einer Stunde komplett verändern.

Als Montageort eignet sich der Lenker (Bild 1), die sog. Fahradhalter sind allerdings für den harten Geländeeinsatz nur bedingt geeignet und das Gerät wird harten Erschütterungen ausgesetzt was schon mal zu Materialermüdungen führen kann. Eine gut abgestimmte Federgabel ist Voraussetzung.  Besser geeignet sind spezielle Motorradhalterungen oder Halter "Marke Eigenbau" mit Dämpfungselementen. Der Empfangswinkel ( Bild2 rot ) ist nach hinten etwas eingeschränkt)
Für als weitere, geräteschonende "Montagemöglichkeit" bietet sich eine Handytasche für den Oberarm an, was auch  ein Bedienen und Ablesen während der Fahtren ermöglicht.  Der Empfang wird nach einer Seite durch den Biker abschirmt   (Bild 2 blau)
Zum Aufzeichen von Routen, ist der beste Platz oben im Rucksack Der Vorteil ist der große Empfangswinkel nach allen Seiten ( Bild2 grün ). Zu beachten ist hierbei dass das Display nach oben zeigen muss, um optimalen Empfang zu gewährleisten. Da man das Gerät im Rucksack nicht im Blickfeld hat, eignet sich diese Position natürlich nicht zum Navigieren.

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Bild 1:  Lenkerhalterung für Etrex
 

 

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Bild 2: Empfangswinkel bei unterschiedlichen Montagepunkten

GPS-Geräte

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Bild 3: Garmin etrex
Für das Mountainbike eignen sich  kleine, wasserdichte Handempfänger wie z.B. aus der Etrex-Serie von Garmin. Besser ausgestattete, relativ teuere Geräte mit integrierten Karten sind für das Montainbike eigentlich unnötig, es sei denn man verirrt sich gerne auf Autobahen oder  im Großstadtschungel. Das Einsteigermodell , im Handel für unter 180 EUR erhältlich, bietet schon den für die Touren notwendigen Funktionsumfang und kann  10x125 Trackpunkte abspeichern, was  sogar für eine 7-tägige Transalptour ausreichend ist. Wer auf einen Kompass und einen barometrischen Höhenmesser nicht verzichten will, für den empfiehlt sich z.B. das deutlich teurere Etrex Summit.

 

PC- Software

Zur Erstellung von Routen benötigt man eine geeignete PC-Software und das entsprechende Verbindungskabel zwischen PC und dem GPS-Empfänger. Eine einfache Routenerstellung und Auswertung ist schon mit den zugehörigen Naviationsprogrammen der digitalen Karten auf CD-Rom  z..B der Top50 Serie  möglich . Wesentlich mehr Möglichkeiten hat man mit speziellen Navigationsprogrammen wie z.B. Fugawi und vor allem TTQV von Touratech. Mit TTQV kann z.B. mit Hilfe von digitalen Karten  zusammen mit der Tourenerstellung ein relativ genaues Höhenprofil erstellt werden.  Die erstellten und gefahrenen Touren und Wegpunkte können in einer Datenbankstruktur archiviert werden. Weitverbreitete Datenformate sind  das sog. OVL-Format das z.B. bei der Top50-Serie der Landesvermessungsämter Verwendung findet oder das PCX5 Format, welches gegenüber dem OVL-Fomat zusätzliche Informationen enthält und von viele Navigationsprogrammen verarbeitet werden kann. Ein kostenloses Tool mit dem man OVL-Daten in Garmin Geräte up- und downloaden kann ist GARFILE.  Das Wandeln von OVL-Dateien in das PCX-5 Format hier direkt möglich. Weitere Tools findet man zahlreich im Internet.

Digitale Karten

Voraussetzung zum Erstellen und Auswerten von Touren ist neben der PC-Software geeignetes digitales Kartenmaterial für Mountainbiketouren am besten im Maßstab 1:50.000. Für Deutschland, gibt es von den Landesvermessungämter die amtlichen Topografischen Karten der Serie TOP50 zum Preis von  39,-  EUR je CD z.B. Bayern . Für Österreich gibt es die Austrain MAP vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen. die auch kleine  Teile der Ostschweiz und Noritalien mit abdeckt.   Für die Schweiz gibt's die Swiss Map 50   -Serie  . Für Italien und andere Europäische Länder wird es schon etwas schwieriger. Oft hilft es nur,  sich eine geeignete Wanderkarte - nach möglichkeit mit einem Koordinatengitter zu besorgen,  einzuscannen und mit Hilfe der PC-Software selbst zu kalibireren. Wenn man keine Koordinaten  zur Verfügung hat und auch die Suche im Internet erfolglos bleibt  kann man sich auch die Koordinaten aus einer GPS-fähigen Routenplanungs-CD  ermittelt, indem man markante Punkte wie Straßenkreuzungen als Referenzpunkte verwendet.


© Spessarthoppers 2001